Wohngeld

Studierende haben in aller Regel keinen Anspruch auf Wohngeld (nach § 20 Abs. 2 Wohngeldgesetz).
Die Mietkosten werden als Pauschale durch das BAföG in Höhe von mtl. 224 € gewährt.

Allerdings gibt es hiervon Ausnahmen:

Anspruchsvoraussetzungen

  • Studierende, die keinen Anspruch auf BAföG dem Grunde nach haben.
    Dem Grunde nach ist ein Förderungsanspruch im Rahmen des BAföG nicht gegeben, z. B.
    1. nach mehrmaligem oder verspätetem Fachrichtungswechsel (§ 7 Abs. 3 BAföG)
    2. Nichterbringung des erforderlichen Leistungsnachweises (§ 48 BAföG)
    3. Überschreitung der Förderungshöchstdauer (§ 15 Abs. 3 BAföG)
    4. Studienaufnahme nach Vollendung des 30. Lebensjahres (§ 10 Abs. 3 BAföG)
    5. Durchführung eines Aufbau-, Ergänzungs- oder Zweitstudium  (§ 7 Abs. 2 BAföG)
    6. bei förderungsrechtlich nicht privilegierten Ausländern (§ 8 BAföG)
       
  • Studierende, die lediglich einen Anspruch auf BAföG als verzinsliches Bankdarlehen haben:
    1. Studierende mit Studienabschlusshilfeförderung (§ 15 Abs. 3a BAföG)
    2. Studierende mit einer Zweitausbildung (§ 7 Abs. 2 BAföG)
    3. Studierende nach einem Fachrichtungswechsel für die Semesterzahl, die sie in der ursprünglichen Fachrichtung verbracht haben (§ 7 Abs. 3 BAföG)

  • Studierende, die mit Personen in einem Haushalt leben, die keine Berufsausbildung betreiben, sind als Mischhaushalte anzusehen:
    Diese Mischhaushalte sind z. B.
    1. studierende Eltern
    2. Alleinerziehende mit Kind
    3. Studierende, die in mit einem eheähnlichen PartnerIn leben, die nicht in Ausbildung stehen

Das Amt für Ausbildungsförderung des Studentenwerkes Halle stellt hierzu eine Bescheinigung für die zuständige Wohngeldstelle aus.


Anträge und weitere nützliche Infos findest Du hier:

für Studierende in Halle: http://www.halle.de/de/Rathaus-Stadtrat/Digitales-Rathaus/Dienstleistungen/index.aspx?RecID=276&Mark=W
für Studierende Merseburg: http://www.ortsdienst.de/Sachsen-Anhalt/Saalekreis/Merseburg/Wohnungsamt/Sozialamt-Abt-Wohngeld-des-Landkreises-inst303665/
für Studierende in Bernburg: http://www.ortsdienst.de/Sachsen-Anhalt/Salzlandkreis/Bernburg-Saale/Wohnungsamt/Sozialamt-Abt-Wohngeld-des-Landkreises-inst303683/
für
Studierende in Köthen: http://www.ortsdienst.de/Sachsen-Anhalt/Anhalt-Bitterfeld/Koethen/Wohnungsamt/
für Studierende in Dessau: http://www.ortsdienst.de/Sachsen-Anhalt/Dessau-Rosslau/Wohnungsamt/Buergeramt-Abt-Wohnangelegenheiten-inst305054/

Plausibilitätsprüfung:
Die Wohngeldstelle ist verpflichtet, eine sogenannte Plausibilitätsprüfung vorzunehmen. Ihr müsst daher gegenüber der Wohngeldstelle eine nachvollziehbare Gegenüberstellung eurer Einnahmen und Ausgaben vornehmen. Sollten die Einnahmen zuzüglich des zu leistenden Wohngeldes die Ausgaben nicht decken, kann eine Ablehnung eures Antrages vorgenommen werden.

Einkommensgrenzen und Berechnungsmodalitäten:
Das Wohngeld stellt immer nur einen Zuschuss zur Bruttokaltmiete dar.

Die Höhe des Wohngeldes hängt von der Miethöhe, der Familiengröße und dem Einkommen der Familie ab.
Die maßgeblichen Modalitäten für die Ermittlung des anzurechnenden Einkommens findet ihr im Internet unter http://www.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Artikel/SW/wohngeld-und-mietenstufen.html.

Nicht angerechnet werden Elterngeld bis 300 EUR und Kindergeld, das ihr für eure eigenen Kinder bezieht.

Vom Gesamteinkommen sind Kinderfreibeträge, Werbungskosten, Pauschbeträge für die Leistungen der sozialen Sicherung (Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung) sowie Steuern mit mtl. max. 30 % absetzbar.
Für schwerbehinderte Personen werden zusätzliche Freibeträge gewährt.

Studierende mit Kind 

Ihr habt, sofern  ihr nicht beurlaubt seid und kein Arbeitslosengeld II bezieht, Anspruch auf Wohngeld (§ 20 Absatz 2 Satz 1 WoGG). Eure Kinder, die Sozialgeld ("Form" der ALG II Leistungen für Kinder) beziehen, haben keinen Anspruch auf Wohngeld, weil das Sozialgeld Kosten der Unterkunft enthält. Der Bezug von Sozialgeld und Wohngeld für die Kinder schließen also einander aus.Die Träger der Grundsicherung, z. B Jobcenter, sind allerdings verpflichtet, zu prüfen, ob der Wohngeldanspruch für euer Kind bzw. eure Kinder höher ist als das Sozialgeld. Sollte dies der Fall sein, erhaltet ihr eine Mitteilung von diesem Träger mit der Aufforderung, Wohngeld für euer Kind bzw. eure Kinder zu beantragen. Dieser Wohngeldantrag wirkt dann zurück bis zum Monat der Antragstellung auf Sozialgeld. Voraussetzung ist, dass er bis zum letzten Kalendertag des Folgemonats, der auf diese Mitteilung und Aufforderung zur Antragstellung folgt, gestellt wird.Zusätzlich sollten Sie auf jeden Fall einen Antrag auf Kinderzuschlag (max. mtl. 140 EUR) bei der Familienkasse stellen. Wohngeld für die Kinder und/oder Kinderzuschlag kann günstiger als ausschließlich Sozialgeld für die Kinder sein.Alleinerziehende können z. B. auf den Anspruch auf Mehrbedarf bei der ARGE verzichten, wenn der Anspruch auf Wohngeld und/oder Kinderzuschlag höher ist als die Alg II-Leistungen.

Aktuell: Zum 1. Januar 2016 traten mit der Wohngeldreform wesentliche Leistungsverbesserungen in Kraft. Die Höhe des Wohngeldes ist gestiegen, weil Einkommensgrenzen erhöht und die Obergrenzen für die zuschussfähige Miete angehoben wurden. Damit erweitert sich der Kreis der Wohngeldberechtigten. Studierenden, deren Wohngeldantrag  vor dem 1. Januar 2016 der Höhe nach abgelehnt wurde, empfehlen wir eine neuerliche Antragstellung. Durchschnittlich stiegen die Wohngeldbeträge um 39%. Besonders Familien und Alleinerziehende mit geringem Einkommen profitieren von der Wohngeldreform.Wohngeldbescheide, die im Jahr 2015 erlassen worden sind und in das Jahr 2016 hineinreichen, werden von der Wohngeldbehörde nach dem 1. Januar 2016 automatisch im Hinblick auf ein höheres Wohngeld überprüft. Hierfür ist kein neuer Antrag erforderlich.