Studentische Krankenversicherung

Bei der Immatrikulation ist ein Krankenkassennachweis vorzulegen.
Als eingeschriebener Studierender an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule fällst du nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 Sozialgesetzbuch - Buch V - (SGB V) unter die Krankenversicherungspflicht in gesetzlichen Krankenkassen.
Diese Verpflichtung entfällt, wenn du eine vorrangige Versicherung, z. B. im Rahmen der Familienversicherung, nutzen kannst.

  • Familienversicherung
    Von einer beitragspflichtigen Versicherung bist du befreit, wenn du als als Studierender in der gesetzlichen Krankenversicherung deiner Eltern oder deines Ehegatten mitversichert bist.
    Ein solches Versicherungsverhältnis hat regelmäßig bis zur Vollendung Ihres 25. Lebensjahres Bestand. Über diese Altersgrenze hinaus verlängert sich das Versicherungsverhältnis für die Dauer des abgeleisteten Bundes- oder Jugendfreiwilligendienstes bis maximal 12 Monate. Erfolgt eine Mitversicherung über den Ehegatten entfällt die Altersgrenze. Sie entfällt ebenso bei einer Familienversicherung eines behinderten Studierenden.

    Wenn ein Elternteil privat versichert ist, erfolgt die Aufnahme in die Familienversicherung nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Auch wer ein regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen von mehr als 415 EUR  (ab 01.01.2016) hat (BAföG-Leistungen, Werbungskosten und Abschreibungen werden nicht mitgerechnet) kann nicht familienversichert bleiben. Für geringfügig Beschäftigte beträgt die Grenze mtl.
    450 €.

    Als verheirateter Studierender besteht gleichwohl eine eigene Versicherungspflicht, wenn der Ehegatte nicht gesetzlich versichert ist. Bei Bezieher einer eigenen Rente, z. B. Halbwaisenrente , besteht regelmäßig eine Pflichtversicherung als Rentenbezieher.

  • Befreiung von der Versicherungspflicht
    Auf Antrag kannst du von der Versicherungspflicht befreit werden, wenn du anderweitig krankenversichert bist.
    Der Befreiungsantrag ist innerhalb von 3 Monaten nach Studienbeginn oder den Eintritt in ein anderweitiges Versicherungsverhältnis (z. B. auch bei Ablauf der Familienversicherung) bei der Krankenkasse zu stellen, bei der du zuletzt versichert warst.
    Die Befreiung ist endgültig und während der gesamten Dauer des Studiums nicht widerrufbar. Sie erstreckt sich auch auf ein Zweit - oder Aufbaustudium.
  • Beiträge für Studierende
    Der Beitrag für pflichtversicherte Studierende in den gesetzlichen Krankenkassen beläuft sich ab dem Wintersemester 2016/2017 auf 66,33 € in der Kranken- und 15,25 EUR in der Pflegeversicherung bzw. 16,87 € für Kinderlose ab 23 Jahre. Bei den einzelnen Kassen wird noch ein Zusatzbeitrag erhoben.

    Für Bezieher von Ausbildungsförderung wird nach § 13a BAföG ab dem Wintersemester 2016/2017 für die Kosten der Krankenversicherung ein Betrag von 71 € und die Pflegeversicherung von 15 EUR mtl. erstattet. Eine entsprechende Bescheinigung zur Vorlage beim Amt für Ausbildungsförderung erhältst du von deiner Krankenkasse.

    Die Beiträge für eine Pflichtversicherung können jedoch regelmäßig nur bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder dem Ende des Semesters, in dem das 30. Lebensjahr vollendet wird, beansprucht werden. Danach ist ab 1. Januar 2016 ein Beitrag in Höhe von mtl. mindestens 145,25 € für die KV (Zusatzbeitrag noch möglich) und  für die PV  von mtl. 25,18 € für Kinderlose und mtl. 22,76 € mit Kindern.

Examenskandidaten werden günstig eingestuft. Wenn das 30. Lebensjahr vollendet wird und die Anmeldung für die letzte Prüfung vorliegt, kann  für die Dauer eines Semesters ein Übergangsbeitrag zugestanden werden. Allerdings darf das Einkommen nicht höher als mtl. 968,33 € (Stand: 1.1.2016) liegen. Für die KV liegt der Beitrag bei mtl. mindestens 108,64 € (Zusatzbeitrag noch möglich) und für die PV bei mtl. 25,18 € ohne Kinder und mtl. 22,76 € mit Kindern.

  • private Krankenversicherung
    Die meisten Krankenversicherungsunternehmen bieten dir einen PSKV-Tarif (Private Studentische Krankenversicherung) an, der bis zur Vollendung des 34. Lebensjahres eingeräumt wird. Es ist empfehlenswert, die Wahl der Krankenkasse nach einem Preis-/Leistungsvergleich vorzunehmen. 
    Zu beachten ist zum einen in einer privaten Versicherung für alle Familienangehörigen eine eigene Beitragspflicht besteht, zum anderen du auch
    regelmäßig für die angefallenen krankheitskosten in Vorlage treten musst.

    Informationen hierzu erhältst du bei den Verbraucherzentralen.
    http://www.vzsa.de/Krankenversicherung

  • Versicherungspflicht für internationale Studierende
    Auch als internationale Studierender bist du in aller Regel versicherungspflichtig. Ausnahmen bestehen nur, wenn du aufgrund über- oder zwischenstaatlicher Regelungen einen Rechtsanspruch auf Sachleistungen gegenüber einem Versicherungsträger in deinem Heimatland hast. Gleichfalls gelten die Eingrenzungen auf das Erreichen des 14. Fachsemesters bzw. die Vollendung des 30. Lebensjahres. Bei einem Aufbau- oder Ergänzungsstudium zählen die im Heimatland absolvierten Semester, soweit sie hochschulrechtlich hier anerkannt werden, mit.

    Hast du als internationaler Studierender bei Studienbeginn bereits das 30. Lebensjahr vollendet, besteht keine Möglichkeit einer gesetzlicher Pflichtversicherung mehr, sondern lediglich einer freiwilligen Versicherung mit einem Beitragssatz von ca. mtl. 173  EUR.
    Für diesen Personenkreis bietet das Deutsche Studentenwerk einen günstigen privaten Krankenversicherungsschutz an.

    Nähere Einzelheiten hierüber erfährst du bei der Allgemeinen Sozialberatung des Studentenwerkes Halle oder direkt beim Deutschen Studentenwerk: unter
    http://www.internationale-studierende.de/gerade_angekommen/krankenversicherung/aelter_als_30_was_dann/
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