Finanzierung des krankheits- bzw. behinderungsbedingten Mehrbedarfs

Vorrangig stehen für Studierende mit Handicaps zur Bestreitung der Ausbildungskosten die Förderungsmittel nach den Bestimmungen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) zur Verfügung.
Nähere Einzelheiten erfahren Sie durch das Amt für Ausbildungsförderung des Studentenwerkes Halle.
 
Der zusätzliche behinderungsbedingte Mehrbedarf für studienspezifische Hilfen kann im Rahmen des SGB XII auf entsprechenden Antrag gewährt werden.
Zu diesem Mehrbedarf zählen insbesondere

  • behinderungsspezifische Hilfsmittel,
  • Vorlesekräfte,
  • Studienhelfer sowie
  • Fahrtkosten.

Den Antrag richtest du direkt an den überörtlichen Sozialhilfeträger.
 
Stadt Halle
Fachbereich Soziales
Ressort: Hilfe in besonderen Lebenslagen

Am Stadion 5
06122 Halle

Ansprechpartnerin
Frau Johannemann
Tel: +49 345 2215500
E-Mail: sonja.johannemann@remove-this.halle.de

Überregional erhälst du Informationen zu den vorgenannten Anspruchsgrundlagen bei der Informations- und Beratungsstelle "Studium und Behinderung" des

Deutschen Studentenwerkes e.V.
Monbijouplatz 11
10178 Berlin
Internet: www.studentenwerke.de
E-Mail: studium-behinderung@remove-this.studentenwerke.de  

Reichen BAföG bzw. Eigenmittel zur Finanzierung des notwendigen Unterhalts nicht aus, können Studierende mit Behinderung für behinderungsbedingt anfallende Mehraufwendungen unter bestimmten Voraussetzungen spezifische Leistungen der Sozialgesetzbücher SGB II und SGB XII beanspruchen.


Eingliederungshilfe für den Besuch der Hochschule - Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII (SGB XII)
Beachten:
Sozialhilfe ist immer nachrangig
Mit Eingliederungshilfe  werden unterschiedliche Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft finanziert, wenn eigenes Vermögen bzw. Einkommen dafür nicht ausreichen und sofern keine anderen Leistungserbringer dafür zuständig sind (§ 2 SGB XII). 

Hierzu zählen:
Finanzierung des behindertenbedingten Mehrbedarfs

  • die Hilfe zur Ausbildung, z. B. persönliche Studienassistenzen
  • die Finanzierung technischer Hilfen als „soziale Hilfsmittel“
  • die Hilfe zum Erwerb und zur Instandhaltung eines individuell angepassten Kraftfahrzeugs inkl. der Erlangung der Fahrerlaubnis.

Finanzierung des nicht ausbildungsgeprägter Mehrbedarf
wird gewährt zum Lebensunterhalt im Rahmen der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II an erwerbsfähige Studierende (Jobcenter  oder Kommunen)
oder als Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII an vorübergehend voll erwerbsgeminderte Studierende (Sozialämter)

  • nicht ausbildungsgeprägter Mehrbedarf im SGB II
    wird generell durch das BAföG nicht abgedeckt, kann aber unter bestimmten Bedingungen von erwerbsfähigen Studierenden als ergänzende Unterhaltsleistung nach SGB II gewährt werden.

  • nicht ausbildungsgeprägter Mehrbedarf im SGB XII
    Wenn Studierende als vorübergehend vollerwerbsgemindert anerkannt sind und nicht „mit erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in einer Bedarfsgemeinschaft leben“,  werden die Leistungen gemäß SGB XII (Sozialhilfe) beantragt.

Ansprüche von Studierenden im SGB II/XII

  • Regelmäßiger Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung  (§ 21Absatz 5 SGB II/§ 30 Absatz 5 SGB XII) 
    Als Sonderbedarf gibt es Pauschalbeträge in Abhängigkeit von bestimmten Krankheiten.  
  • Mehrbedarf wegen Schwerbehindertenausweis G bzw. aG bei voller Erwerbsminderung (§ 30 Abs.1 SGB XII)
  • Einmalige Leistung für Erstausstattungen (§ 23 SGB II/§ 31 SGB XII)

    Sie werden als Geld- oder Sachleistung, auch in Form von Pauschalbeträgen erbracht.

    Weiterführende Infos unter: http://www.studentenwerke.de/pdf/Handbuch_Studium_und_Behinderung_7_Auflage.pdf

 

Wir stehen dir in der Beratung zu diesen teilweise komplizierten Vorschriften und Zuständigkeiten zur Verfügung und begleiten dich bei Bedarf zu Ämtern.